Zum Hauptinhalt springen
Politics

Vernetzung und Wissenstransfer im geschützten Rahmen

Swiss Network on Safe Procedures

Das Swiss Network on Safe Procedures ist eine neue, interaktive Plattform zur Vernetzung und zum Wissensaustausch für Gesundheitsfachpersonen in operativen, diagnostischen und interventionellen Disziplinen in der ganzen Schweiz. Die Plattform ermöglicht eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit sicherheitsrelevanten Themen. 

Gemeinsames Lernen für eine sichere Versorgung

Der OP-Alltag ist geprägt von einer engen zeitlichen Taktung, komplexen Entscheidungen und interprofessioneller Zusammenarbeit. Notfallbedingte Verzögerungen im OP-Programm, unerwartete oder kritische Situationen oder Abstimmungsfragen im Team gehören dabei trotz hoher Strukturierung zur täglichen Realität. Herausforderungen werden in der Regel situativ gelöst, bleiben jedoch meist auf das einzelne Team oder die Institution beschränkt und ein systematischer, übergreifender Austausch darüber findet selten statt. Wenn Probleme neu oder immer wieder auftreten, fragen sich OP-Teams häufig: «Passiert das auch an anderen Orten? Wie gehen andere OP-Teams damit um?»

Das Swiss Network on Safe Procedures schafft einen geschützten Rahmen, in dem genau dieser praxisnahe Austausch möglich wird: kollegial, unkompliziert und über Institutions- und Sprachgrenzen hinweg. Fachpersonen können voneinander lernen, Informationen und Dokumente austauschen, sich vernetzen und gegenseitig unterstützen. Im Zentrum stehen konkrete Themen aus dem OP-Alltag, beispielsweise: Wie können bei einer Not-OP essenzielle Checks wie Identität und Eingriffsseite trotz Zeitdruck überprüft werden? Wie sehen die Markierrichtlinien in anderen Institutionen aus und wie läuft die Zählkontrolle dort ab? Was passiert, wenn ein unerwartetes Problem oder Sicherheitsrisiko auftritt – z. B. Differenzen zwischen Markierung und Patient:innendossier, falsches Implantat, Unstimmigkeiten bei der Zählkontrolle? Welchen Stellenwert hat die Unterschrift auf der chirurgischen Checkliste?

«In über dreissig Jahren Tätigkeit in der Herzchirurgie habe ich gelernt: Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Kultur – durch Vertrauen, Kommunikation, gemeinsame Lösungsfindung und gegenseitiges Lernen. Das Swiss Network on Safe Procedures zeigt, wie aus Wissen Vertrauen und aus Zusammenarbeit Sicherheit entsteht.»

Prof. Dr. med. Michele Genoni, Präsident FMCH

Plattform für Austausch, Expertise und Praxiserfahrungen zum Thema Sicherheit

Das Swiss Network on Safe Procedures bietet verschiedene Funktionen zur Verbreitung von Expertise und zur Vernetzung. Es stellt Fachinhalte zu sicherheitsrelevanten Themen bereit, ermöglicht den Austausch in einem Diskussionsforum, bietet einen Kompetenz-Pool mit Suchanzeigen und einer Expert:innenbörse und organisiert regelmässige Fach- und Netzwerkveranstaltungen. Die Plattform fördert so die Verbesserung der Qualität von Systemen und Prozessen sowie eine positive Sicherheitskultur und stärkt die Patient:innensicherheit.

Einen Einblick in die Plattform erhalten Sie in kurzen Erklär-Videos. Alle Angebote der Plattform sind kostenlos.

Schweizweit interprofessionell und interdisziplinär vernetzt

Die Plattform verbindet Fachpersonen aller Berufsgruppen der operativen, diagnostischen und interventionellen Disziplinen, die direkt in der Praxis tätig sind, Berufseinsteiger:innen genauso wie erfahrene Expert:innen, schweizweit. Alle Inhalte werden auf Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung gestellt. Für den direkten Austausch der Nutzenden, beispielsweise im Diskussionsforum, ist eine automatische Übersetzungsfunktion integriert.

«Das Swiss Network on Safe Procedures schafft einen einzigartigen Rahmen, um praktisches Wissen sichtbar zu machen, fachliche Verbindungen zu stärken und eine nachhaltige Zusammenarbeit auf nationaler Ebene zu fördern.»

Adriana Degiorgi, Leiterin Bereich Support – Verantwortliche Qualität und Patientensicherheit EOC

Themenschwerpunkt chirurgische Checkliste

Erster Themenschwerpunkt ist die chirurgische Checkliste. Dazu gibt es verschiedene Fachinhalte, u. a. zwei Podcast-Folgen im Rahmen des Podcasts «Orange Is The New Safe». Die Plattform steht jedoch allen sicherheitsrelevanten Fragestellungen offen – Nutzende sind eingeladen, eigene Themen einzubringen.

Sie können sich auf der Plattform auch zu den ersten beiden Veranstaltungen anmelden:

– «Rethinking Checklists» am 7. Mai 2026 (online) zum Thema «Digitalisierung von chirurgischen Checklisten»: Fachpersonen aus der Praxis teilen Erfahrungen, Herausforderungen und Tipps im Zusammenhang mit der digitalen Umsetzung von Checklisten. Ausserdem erhalten Sie Einblicke in zwei innovative Projekte, bei denen Technik Gesundheitsfachpersonen unterstützen kann: Voice Check (Referent:innen: Prof. Dr. Kerstin Denecke, Pedro Miguel Medroa Inácio) und Operating Room Black Box (Referentin: Prof. Dr. Marlies Schijven).

– «Checklists Applied» am 21. Oktober 2026 (in Bern) zum Thema «Compliance mit der chirurgischen Checkliste»

Die Plattform kann auch bei der Umsetzung der Qualitätsverbesserungsmassnahme (QVM) «Checkliste sichere Chirurgie» im Rahmen des nationalen Qualitätsvertrags von H+ Die Spitäler der Schweiz, curafutura und santésuisse unterstützen. 

Jetzt registrieren und Teil des Netzwerks werden

Swiss-Network-on-Safe-Procedures_Screen_1_d.jpg

 

Teilen Sie Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrungen, lernen Sie von anderen und profitieren Sie vom gemeinsamen Austausch unter Fachexpert:innen: Registrieren Sie sich jetzt kostenlos unter safeprocedures.ch/. Möchten Sie sich auch auf institutioneller Ebene für die Patient:innensicherheit engagieren? Werden Sie offizielle Partnerinstitution des Swiss Network on Safe Procedures. 

«Gerade im operativen Alltag, wo kleine Entscheidungen oft grosse Wirkung haben, ist es essenziell, sich mit Kolleg:innen aus anderen Institutionen und Disziplinen zu vernetzen, voneinander zu lernen und bewährte Praktiken weiterzuentwickeln. Ich bin überzeugt, dass diese Plattform eine wirkungsvolle Grundlage bietet, um Patient:innensicherheit nachhaltiger in unserem Arbeitsalltag zu verankern.»

Robert Slipac, Bereichsleiter OP Chirurgie und AEMP, Kantonsspital Graubünden 

Zur Stiftung Patientensicherheit Schweiz

Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz hat das Swiss Network on Safe Procedures im Auftrag der Eidgenössischen Qualitätskommission EQK entwickelt und betreibt die Plattform. Es ist eines ihrer praxisorientierten Projekte und Programme zur Förderung der Patient:innensicherheit in der Schweiz. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz setzt sich dafür ein, dass Patient:innen sicher behandelt werden und weniger Schaden bei der medizinischen Versorgung erleiden. Dabei steht die Vermeidung von Fehlern im Fokus, die selbst erfahrenen Fachpersonen passieren, aber durch geeignete Massnahmen verhindert werden können. Sie strebt an, dass die Sicherheit von Patient:innen einen hohen Stellenwert in der täglichen Arbeit in allen Organisationen des schweizerischen Gesundheitswesens und bei allen Gesundheitsfachkräften hat. Die Stiftung ist Ansprechpartnerin für Leistungserbringer aus allen Versorgungsbereichen zu patient:innensicherheitsrelevanten Fragen und bietet diverse praxisnahe Tools zur Förderung der Patient:innensicherheit an, u. a. einen Room of Horrors für Spitäler und Materialien zur chirurgischen Checkliste. Ausserdem betreibt sie CIRRNET als nationales Netzwerk lokaler Fehlermeldesysteme.